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23.04.2012 18:52:12
Tino Theer
Hinter den Lachern
Die Berichte zur Th. Jugendmeisterschaft 2012 sind endlich da! Zunächst der Meine und unten dran Uwe's!
So werden bei der beliebten, unglaublich erfolgreichen und langlebigen Zeichentrick-Serie „Die Simpsons“ die Making-of Folgen genannt und deshalb erscheint mir diese Parallele absolut geeignet für mein persönliches Fazit zu den Ereignissen vom 12. – 15. April diesen Jahres – gemeint ist natürlich die Th. Jugendmeisterschaft in Dittrichshütte.
Mit einer traumhaften Delegation von 10+1 (Leasing-Kind Mark-André, wie Uwe sagt) Spielern + 5 schachliche Betreuer + 3 „Stamm“-Eltern ahnten wir schon in etwa, was uns erwarten wird. Zu einer richtigen Herausforderung entwickelte sich die Logistik, was uns während des Turniers immer wieder Kopfzerbrechen bereitete. Mit 7! Autos ging es am Donnerstagmorgen um 7.30 Uhr in Schmalkalden los, wobei 2 unserer Muttis eine andere Route wählten. Nachdem ich einen kurzen Zwischensprint nach Königsee eingelegt hatte, um dort Marco einzusammeln, kehrten wir auch schon in Bad Blankenburg zum traditionellen Frühstück ein, was die gute Bäckersfrau an ihre Grenzen brachte, bei dem Ansturm.
In Dh war alles beim Alten und nachdem die erste Runde angepfiffen wurde kam die Logistik-Keule 1, es musste nämlich das Gepäck auf die ganzen Quartiere verteilt werden. Da Jedes Kind aber irgendwie woanders im Auto saß und keiner so richtig wusste wem was ist, da die Kids ja am Brett saßen, mussten wir erst Mal ein wenig puzzeln. Aber auch das haben wir geschafft. Was sonst noch so am Donnerstag passierte habe ich ja bereits in der anderen News frisch am selbigen Abend niedergeschrieben.
Spielerisch lief der 2. Tag leider nicht wirklich gut, was mich meine kleine Lobesrede vom Vorabend schon wieder bereuen ließ. Auffallend waren u.a. die 2 unmotivierten Remisen von Erik gegen machbare Gegner, die durch falsche bzw. keine Ideen zustande kamen. Schade. Tragisch war unser Johannes, der noch immer 13- bzw. 14-hunderter bekam und da leider wenig Land sah. Enttäuscht hat leider auch Jonathan, der in der 4. Runde gegen den letzt-gesetzten Paul Möbius wegen Überheblichkeit verlor und damit in mir den Traum vom 2. Platz schon abtötete. Auch Benno wollte scheinbar nicht überzeugen und „schob“ auch 2 Remisen ein, wobei er beides Mal klar besser stand (Bauer mehr etc.). Aber da ich ja doch ein größeres Repertoire an Turniererfahrung hatte, blieb ich optimistisch, denn Rückschläge passieren einfach. Wichtig war der Folgetag!
Abends ging es dann gewohnter Weise in den Ponyhof zu Lositz, wo ich mit Sebastian, Silke, Hannes A., David R. und MAS nächtigte, zum „All-you-can-choose-Grillabend“. Das tolle ist dort nämlich, neben dem kleinen Preis, dass man seinen Grillteller selbst zusammenstellen kann, d.h. man wählt zwischen Kartoffel-, Nudelsalat oder Brot und zwischen Frikadelle, Rostbrätl und Bratwurst (Anzahl „beliebig“). Besser geht nicht! Nachdem dann alle auswärtig nächtigenden abgereist sind und am Skatstammtisch nebenan Plätze frei wurden, ließen es wir, also Silke, Sebastian und Ich, nicht nehmen dort Platz zu nehmen und mal mit den Einheimischen auf Tuchfühlung zu gehen. Es hat sich wieder Mal gezeigt, dass wir Schachspieler doch ganz normale Leute sind und so konnten wir die eine oder andere Lanze für unsere Zunft brechen. Dank der obligatorischen (meist sexistischen) Sprüchen und Anekdoten hatten wir natürlich jede Menge Spass. Gegen halb Zwei verwies uns dann der Wirt ins Bett!
Der nächste Morgen war auf jeden Fall besser als ich nach diesem Abend annahm und so erklärte ich mich zum Fahrdienst nach Dh bereit. Der Samstag verlief schachlich eher unspektakulär. Nur unser Jonathan wusste zu überraschen, als er in Runde 6 „borzelte“ bzw. „geriedelt“ wurde. Wie mir erzählt wurde (Ich war zu dem Zeitpunkt noch unterwegs, warum kommt gleich) hatte Erich Riedel wohl Hustenanfälle, bzw. kränkelte und hat wohl weinend den Spielsaal verlassen um seine Mutti zu fragen, ob er Remis anbieten darf, da es ihm ja offensichtlich schlecht ging. Seine Mutti verbot es ihm !? Daraufhin übermannt unseren Jonathan wieder seine soziale Ader und er bat in klar besserer Stellung Remis an, was Erich natürlich annahm. Das bracht Joe zwar einige lobende Worte für seine faire Spielweise ein (u.a. auch von Diana Skibbe der Präsidentin des ThSB), verwehrte ihm aber auch die Chance auf den 2. Platz und damit auf die DEM. Witziger Weise hätte es für so etwas bei der DEM eine grüne Karte für Fairplay gegeben, aber in Dh gibt’s da nur feuchte Händedrücke… Die spannende Frage ist jetzt natürlich: Wird sich Erich Riedel jemals dafür revanchieren?
Und wo war ich nun während der ganzen Geschichte? Ich war mit Maik auf geheimer Mission oder wohl eher auf Schnipsel-Jagd. Uwe R. hat ja immer mal wirklich gute Idee, allerdings auch einen gewissen Spass daran mich mit vagen Informationen auszustatten und dann mal zu schauen was passiert. Uns Benno hatte nämlich am Sonntag Geburtstag und ein Geschenk musste her. Uwe recherchierte, dass es in der Nähe einen Verkaufsstand von Könitz-Porzellan gab und aufgrund dieser Wortähnlichkeit sollten wir was besorgen. Damit das Ganze nicht ausartet die Kurzfassung: Informationen von Uwe: Könitz-Verkaufsstand neben Meisterbäckerei, die neben Kaufland und Praktiker in großem Gewerbegebiet in Saalfeld Richtung Unterwellenborn. Die Route von Team Maik und Tino: Saalfeld großes Gewerbegebiet, kein Kaufland, kein Praktiker --- Saalfeld Umgehungsstraße, nix zu sehen, Abzweig Unterwellenborn ab und zurück nach Saalfeld --- in den MC-Doof in selbigen Gewerbegebiet zum Essen und Hot-Spot nutzen --- Wieder nach Unterwellenborn in das Gewerbedings, Kaufland und Praktiker gefunden aber nix Meisterbäckerei, dann Leute gefragt, ab auf die Bundesstraße und direkt nach Könitz gefahren, siehe da ne Meisterbäckerei und auch die Porzellanfabrik. Kurzum 2,5 h unterwegs für Mittag und Geschenk organisieren! Danke Uwe :-).
Abends dann nun zu Leo. Mein Plan war klar: Mit dem Auto nach Jehmichen, nachts zurück laufen nach Lositz (1,3 Km) und am nächsten Morgen das Auto holen. Und es war einfach wieder LEGENDÄR. Die Schwarzbierpfanne –Ein Traum, der Käse und der Wein sowieso. Ein absolutes Highlight war unser Erik, der auf „Leo’s“ Piano vollkommen ohne Notenzettel, also komplett aus dem Kopf, ein Stück in die Tasten „hämmerte“. Respekt! Leo stieß dann erst etwas später hinzu, da er noch in Saalfeld beim Preisskat war und wusste wieder die tollsten Geschichten zu erzählen.
Am Sonntagmorgen war die Luft in Dh schließlich von einem sanften Geist aus Apfel und Birne durchsetzt, was nicht nur mir auffiel. Ich hatte jedenfalls den Spass meines Lebens. Erwartungsgemäß gab es in Runde 7 keine großen Würfe mehr und so wartete nur Jonathan bis zur Siegerehrung, da er letztlich doch noch auf Rang 6 kam und damit gerade so in die Preisränge. Eine zusammenfassende Einschätzung der einzelnen Spieler hat Uwe schon gemacht und dem kann ich wenig hinzufügen. Letztlich lief die ThEM so ab, wie das Marco und Ich eingeschätzt haben. Für 2013 heißt die Devise: „Es wird wieder angegriffen!“. Unser Konzept der auswärtigen Unterkunft war jedenfalls wieder bombastisch und im nächsten Jahr wollen wir mal versuchen, dass wir alle unter ein Dach und Fach bringen, wofür sich Hoheneiche anbieten wird. Und dank Leo haben wir auch frische Ideen für das Freizeitprogramm!
Was steckt also nun hinter den Lachern? In meinen Augen ein ordentliches Stück Lebensqualität. Unsere jahrelangen Bemühungen münden einfach immer wieder in absolut grandiosen Tagen, wenn wir als Verein unterwegs sind. Ich würde jede Wette eingehen, dass kein Verein so viel Spass in Dh hatte wie wir. Ein absolutes Highlight waren unsere 3 Muttis (Katja, Silke und Simone) mit denen ich jede Menge gelacht habe vor dem Turniersaal der U10 und wo wir durch unsere heitere Stimmung gar Papa Finke (Empor Erfurt) beinahe zum Fall von der Mauer brachten. Herrlich!
Aber nichts desto trotz muss sich all dieser Spass immer wieder aufs neue verdient werden und deshalb heißt es weiter „angasen“ und nach vorne schauen. Letztlich wollen wir ja nicht nur unterhalten, sondern auch endlich mal wieder durch Leistung überzeugen.
Und nun viel Spass mit Uwe’s Bericht!
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Zum 13. Mal habe ich mich am Wochenende nach Ostern aufgemacht auf die "Saalfelder Höhe". Mit 10 Spielern, dazu das "Leasing-Kind" Mark Andre Schmidt aus Schmalkalden (falls ein Bindestrich fehlt oder das k bei Mark falsch ist, ist der Dottore schuld) hatten wir die größte Delegation seit 2008 am Start. Damals gelang uns mit viel Frauenpower das Kunststück, sieben mal den letzten Platz zu belegen.
Damit das nicht wieder passiert, war nahezu die gesamte zweite Mannschaft (ich, Uwe U., Tino, Sebastian und Maik) als Betreuer vor Ort, dazu die U10-Muttis Katja Graf und Silke Reum sowie ein wechselndes Reum-Elternteil und Mario Bauckmann.
Gegenüber 2008 hatte sich außerdem verändert, das nur noch wenige Süd-Vereine Spieler zur Landesmeisterschaft gebracht haben (Schmidt-Schmalkalden in der U12, 5 Meininger, 3 Eisenacher und und Tanja Müller aus Frankenheim).
Im Vorfeld gab es ein hi-un-ha. Kevin Schmidt rutschte in der U14 für den verhinderten Benshäuser Stefan Wilhelm nach, dafür fiel sein Bruder David 36 Stunden vor Turnierbeginn krankheitsbedingt aus und wir mußten am Dienstagabend Ersatz beschaffen. Philipp Heimrich verzichtete, so kam "Bonsai" Hannes Amstein zu seiner Chance.
Da ich, als Direktor für Bockwurst und Girlanden clever bin, verteilte ich unsere 20-köpfige Delegation zwar auf vier Orte der Saalfelder Höhe, doch in der Spitze konnten wir bei besserer Qualität fast 50% der Kosten, die im Kinder- und Jugenddorf angefallen wären, sparen.
Zum Schachlichen.
Erik Kleinsteuber, mit einem Freiplatz, den er für seinen dritten Platz 2011 in der U14 erhielt, erstmalig in der U16 und an 5 von 16 gesetzt. Auftaktsieg und ein Remis gegen die starke Nummer 2 Tim Hoffmann, der Donnerstag war bärenstark. Doch dann folgten nur noch vier Remis und eine Niederlage gegen den Geraer Senf.
Ich habe keine Partie analysiert und nur wenig gesehen, aber fünf Remis sind irgendwie zuviel. Wenn in der letzten Runde gegen Lath nach g4 nichts ging, bezahle ich ein Essen. Sollte Erik nächste Woche gegen den "alten" Petiko spielen, darf er Remis machen, ansonsten .... BEISSEN !!!
In der U14 waren Tristan Wolf und Kevin Schmidt Außenseiter und Johannes Wagner krasser Außenseiter. Startplätze 21, 23 und 24 bei 24 Leuten.
Das Turnier seines bisherigen Lebens spielte Tristan. Mit einer (seiner Spielstärke nicht entsprechenden) 1072 gestartet, hatte sein schwächster Gegner eine DWZ von 1495. Da sind 50% geradezu phänomenal. Bleibt nur zu hoffen, diese Spielstärke jetzt dauerhaft beweisen und verbessern zu können.
Im Schatten von Tristan verblassen die 3 Punkte von Kevin, die ansonsten als bärenstark gelten würden.
Die Erleuchtung, die Johannes im Januar ereilte, ist scheinbar seitdem von Fambach nach Heßles geeilt (Tristan). Es war mir (und Johannes) von vorne herein klar, daß ein halber Punkt ein Riesending gewesen wäre. So gab es einen Audi und eine lange Rochade, aber er (und wir) hatte seinen Spaß.
Die U12 war (MAS eingerechnet) unsere Paradeklasse. Wäre Jonathan nicht so ein anständiger Kerl, hätte er in der letzen Runde um Platz 2 spielen können und da hätte er gegen Edelmann gute Chancen gehabt (denke ich zumindest). Wenn der kleine Russe krank ist, ist das sein Problem, man muß da kein Remis anbieten, zumal der das von seiner Mutti verboten kriegt.
Unser Leasing-Kind, das unaufgefordert abtrocknet, mit 4 Punkten ebenfalls bärenstark und mit einem satten DWZ-Gewinn. Benno Koenitz udn Nils Bauckmann da, wo sie die Statistik sieht. Ich persönlich hätte Nils einen ganz großen Kracher zugetraut, aber vielleicht hebt er sich den für die Thüringer Mannschaftsmeisterschaft U12 auf.
Landesmeisterschaft U10 ist meist wie würfeln, sagen schlaue Leute wie Raiko Siebarth und Marco Geißhirt. Hannes Graf hatte 2011 bei seiner ersten Teilnahme "gut gewürfelt" und 2.5 Punkte geholt. Für 3 Punkte hatte ich ihm und den anderen Beiden einen Tag schulfrei versprochen. Hannes hatte 2 aus 4 und dann ein Remis. War es der versprochene schulfreie Tag ? Ich weiß es nicht. Es folgten zwei Nullen, aber bei ihm bin ich mir sicher, da platzt der Knoten.
David Reum hatte sich scheinbar selbst zu stark unter Druck gesetzt. Es wären mehr als die 2 Punkte drin gewesen, aber es war die erste Teilnahme an einem siebenrundigen Turnier.
Hannes "Bonsai" Amstein war zumindenst bester Fambacher, da er im Gegensatz zu Johannes Wagner einen Freipunkt kassierte. Aber er ist auf jeden Fall eine Bereicherung des "Werrahaufens".
Ansonsten waren die Meininger mit einem ersten Platz (Sebastian Hocke - U18) und einem zweiten Platz (Richard Scheftlein - U14) sehr erfolgreich, während Jannik Webel enttäuchte und Erik Rosenberg und Lucas Müller "normal" spielten. Bei den Eisenachern waren die beiden Mädels Stella Minor und Lara Scherwinski ganz ok, während Cedric Ehrhardt mit 0 aus 7 in der U12 arg enttäuschte.
Hoch hinaus ging es in der Hohen Rhön. Tanja Müller war an 11 von 11 gesetzt und wurde tolle Sechste bei den Mädchen U14.
Da außer Bonsai und David Reum alle meist sehr lang an den Brettern saßen, beschränkte sich das Freizeitprogramm meist auf ein gemeinsames Abendessen, worüber hier keine Details veröffentlicht werden.
Ich war am Freitag mit den U10-Spielern und den drei Muttis an der Talsperre Leibis und am Samstag-Nachmittag hat das Betreuer-Team, die U10- und die U12-Spieler die Dittrichshütter Windmühle besucht.
Gruß
Uwe
Titelbild: Erik der virtuose Pianist (leider etwas unscharf sorry)
Bilder unten v.l.n.r.: (1) Zufriedene Schachmuttis (2) Spass beim Analysieren (3) Kevin onboard (4) Johannes am Brett gegen Manuel Baulig (5) Hannes Graf zieht gegen Lucas Müller (6) David onboard (7) Marco bespaßt die Meute mit den Karten bei Leo (8) Die Ironie des Blumentopfes zum Thema „So nah und doch so fern“ :-)

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